Da berühren sich Himmel und Erde

Beim Betreten schien die Kirche dunkel, mit einem Male leuchteten auf allen Stühlen warme Kerzenlichter auf – geteilt mit dem Altenberger Licht, dem Friedenslicht der Diözese Augsburg. Sie verwandelten die Modernität des Gotteshauses in eine Raumwelt voller Geborgenheit und Wohlgefühl. Musik und Gesang des Schöffeldinger Singkreises haben die geniale Raumakustik in festliche Dimensionen getragen. Meditation, Gesänge, Fürbitten sowie der gemeinsame Lichtertanz drückten Frieden und Freude aus: „Zünd ein Licht an gegen die Einsamkeit, Zünd ein Licht an gegen Gewalt und Streit, Zünd ein Licht an für die Gerechtigkeit.“
Für viele Frauen war es die erste Begegnung mit Maria am Wege, jener Kirche, die der berühmte Architekturprofessor Josef Wiedemann [1910-2001] in den Jahren von 1968 bis1971 als faszinierendes Beispiel zeitgenössischer Architektur konstruiert und gebaut hat. Wer die Kirche betritt, sieht sich in einem Raum, dessen warme Atmosphäre vom Holz des Zeltdaches bestimmt wird. Der Grundriss ist ein unregelmäßiges Zwölfeck, mit Ausweitungen für die Sakramentskapelle (Werktagskirche), die Beichtstühle und die Sakristei.
Die 12 Betonpfeiler, die das Dach tragen, erinnern an die 12 Apostel, die Grundpfeiler der Kirche Jesu Christi. Der Ziegelboden senkt sich leicht zur Mitte hin, wo der Altar steht. Die Stätte des eucharistischen Opfers Christi ist Mittelpunkt der Kirche. Über dem Altar hängt eine Messingscheibe, wie eine große Hostie, in der das Altarkreuz eingelassen ist.
Mit ihren Kerzenlichtern erlebten die Frauen auch noch einen weiteren Bereich der modernen Architektur unter dem Pfarrsaal: Einen behaglichen Ort zum Feiern und zum gemütlichen Beisammensein, dazu schmeckten die Häppchen und Plätzchen der Windacher Gastgeberinnen vorzüglich.
Mehr Fotos zur Frauen-Lichter-Nacht finden Sie unter der Rubrik "Galerie" mit dem Datum 4. November 2017. Viel Spaß beim Schauen.

Die Autobahn- und Pfarrkirche „Maria am Wege“ in Windach ist der Muttergottes geweiht, darum steht ihr Bildnis im Blickfeld des Hauptraumes. Die Marienstatue aus Holz, in Farbe gefasst, ist eine sitzende Mutter mit dem Kind. Ein frühes, bäuerliches Werk, datiert um das Jahr 1250, von einem unbekannten Meister. Foto: Maria Steinle.
