FRAUENBUND DIESSEN MACHT POLITIK

So voll ist der Reisebus nicht bei jedem Frauenbund-Ausflug. Trotz der frühen Abfahrt um sieben Uhr in Diessen, war kein Platz mehr frei für die Fahrt in die Bayernmetropole. Als dann der Prachtbau des Maximilianeums, in dem sich der Bayerische Landtag seit dem 11. Januar 1949 befindet, in Sichtweite rückte, kam Leben in die Frauengruppe, die von Barbara Schneider in Empfang genommen wurde. Barbara Schneider ist wissenschaftliche Mitarbeiterin von Gabriele Triebel, der grünen Landtagsabgeordneten.
Die Kauferingerin ist seit 16 Jahren im Gemeinderat Kaufering und im Kreistag Landsberg. Aktuell vertritt die ehemalige Sportlehrerin jetzt noch den Stimmkreis Landsberg | Fürstenfeldbruck-West im Bayerischen Landtag und ist Sprecherin für Bildung, Religion und Erinnerungskultur – und hat als unsere Gastgeberin die Herzen für die Politik geöffnet.
Die prominenten Stühle der bekannten Abgeordneten regen die Fragestunde mit Gabriele Triebel an. Die Frauenbündlerinnen wollen weit über ihre Redezeit hinaus vieles rund um die bayerische Politik wissen. Die Aufgaben des Landtags, den Unterschied zur Regierung, die aktuelle Bildungspolitik – Themen, die die Diessenerinnen bewegten. Natürlich gings auch um die Regularien, dass sich der Landtag derzeit in der 18. Wahlperiode befindet (2018 bis 2023) und dass das Parlament aus 205 Abgeordneten besteht.
Warum der Plenarsaal nicht immer voll besetzt ist, sei kein Desinteresse der Parlamentarier, erklärte Gabriele Triebel auf Nachfrage. Vielmehr würden wesentliche Entscheidungen in den Ausschüssen erarbeitet und vorbereitet, so dass die Politiker ihre Zeit einteilen und sich auf die wichtigen Akzente in der Ausschuss-Arbeit konzentrieren. Mit Neugier ist natürlich der Platz von Landtagspräsidentin Ilse Aigner in Augenschein genommen worden, die auch aktive Frauenbund-Frau ist. Gleiches gilt für den Stuhl von Ministerpräsident Dr. Markus Söder.
Nahezu intim ging es weiter durch die Arbeitsräume und Säle mit ihrer reichen Innenarchitektur und den Riesengemälden aus der Entstehungszeit des Maximilianeums, dessen Grundstein 1857 gelegt worden und das 1874 fertig gestellt worden ist. Hier lernten sie auch Sylvia Obermüller kennen, die Leiterin des Besucherdienstes, die die Frauen von der „Herzkammer“, dem Plenarsaal abholte und durch Senatssaal, Lesezimmer, Präsidentengang, Akademiesaal, den Kreuzgang bis zur ältesten noch vorhanden Modell-Lokomotive Deutschlands führte, vom Modell der Typenreihe Patentee, das als kostbarer Grundstein-Fund den Weg in eine Ausstellungvitrine im Zentrum des Landtags fand. Fazit der Frauen: "Das ist bayerische Aktualität – ein Ort, den wir wieder einmal besuchen möchten, um das Mosaik der Eindrücke zu erweitern."
Eindrücke sammelten sie dann bis in die Dunkelheit: Christkindlmarkt in der Residenz, am Marienplatz, Münchner Feuerzangenbowle am Isartor, Kripperlmarkt am Rindermarkt, Café Glockenspiel, Gams-Bar … und am Ende gabs noch das beliebte „Singen unterm Christbaum“ mit Traudi Siferlinger (Wirtshausmusikanten), Hansi Zeller und Magnus Kaindl direkt am Platz vor dem Alten Peter.
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