Tulpen aus Amsterdam
Schon die Anreise über die Benediktinerabtei Maria Laach in der Eifel war ein Erlebnis. Das Herzstück dieser Klosteranlage ist die sechstürmige Basilika, ein Juwel romanischer Architektur. Auf Befehl Heinrich ll., der hier begraben liegt, wurde der Bau 1093 begonnen. Weiter führte die Route am Rhein entlang und endete dann in Noordwijkerhout an der Nordsee, der Station der Diessener Frauen.
Der zweite Tag war ganz Amsterdam gewidmet, der Hauptstadt der Niederlande mit über 860.000 Einwohner die größte Stadt. Seinen Namen verdankt Amsterdam einem Damm (niederländisch Dam) an der Amstel, an der die Stadt Ende des 12. Jahrhundert als Fischerdorf gegründet wurde und Anfang des 13. Jh. die Stadtrechte erhielt. Der Handel blühte auf. Davon zeugen noch heute viele prächtige Bauten, die die Frauen im Museumsviertel und um den Königspalast bestaunten. Gegenüber steht die Nieuwe Kerk, die Krönungskirche der niederländischen Monarchen. Seit sechs Jahren gibt es wieder einen König, vorher waren für 125 Jahre Königinnen auf dem Thron. Bei der Führung durch eine Diamantschleiferei ließen die funkelnden Juwelen die Frauenherzen höherschlagen. Die Handwerker zeigten das Schleifen und Polieren von Diamanten, anschließend konnten glitzernde Schmuckstücke und Uhren betrachtet und auch gekauft werden.
Was wäre Amsterdam ohne Grachten?
Weit über 100 Kanäle und mehr als 1.200 Brücken prägen das Bild der Stadt, die zu 52 Prozent unter dem Meeresspiegel liegt. Die Häuser sind auf Pfählen gebaut. Der Amsterdamer Grachtengürtel gehört seit 2010 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Bei der 90-minütigen Fahrt im Panoramaboot sah man kunstvoll verzierte Kaufmannshäuser aus dem 17. Jahrhundert, Backsteinbauten, Brücken, das Anne Frank-Haus, das Rijkemuseum, das Opernhaus und mehr.
Tags darauf stand der weltberühmten Keukenhof auf dem Programm. Die Parkanlage gilt als schönster Frühlingsgarten der Welt mit seinen sieben Millionen Tulpen, Narzissen und Hyazinthen. Die Tulpen stammen ursprünglich aus der Türkei und kamen Ende des 16. Jahrhunderts nach Holland, wo sie bis heute in riesigen Feldern angebaut werden. Die Zwiebeln werden in die ganze Welt exportiert.
Am Nachmittag war ein alter Bauernhof das Ziel, auf dem Holzschuhe (Klompen) und Käse nach alter Tradition hergestellt werden. Der Handwerker fertigte aus einem Stück Lindenholz mit Spezialwerkzeugen und -maschinen die für Holland typischen Klompen. Es folgte der Besuch in Gouda Käserei. Der Meister persönlich erklärte sein altes Hanwerk.
Interessant auch der Besuch von Den Haag, der "Internationalen Stadt für Frieden und Recht" ist Regierungssitz und Residenz des Königshauses. Hier wohnt und regiert König Willem-Alexander mit Königin Maxima und den drei Töchtern. Bei einer Rundfahrt kam man zum bekanntesten Gebäude der Stadt, dem Friedenpalast. Er ist Sitz des Internationalen Gerichtshofes. Gleich in der Nähe ist das UN-Gefängnis, in dem Angeklagte und Verurteilte wegen Völkermord und Kriegsverbrechen des Internationalen Gerichtshofes sind. Weiter ging's nach Scheveningen, einem Stadtteil von Den Haag, direkt an der Nordsee. Aus einem kleinen Fischerdorf entwickelte es sich zum größten Seebad der Niederlande.
Faszinierend auch Rotterdam, die zweitgrößte und modernste Stadt. Ebenfalls aus einem kleinen Fischerdorf im 13. Jahrhundert entstanden, entwickelte sich hier der größte Hafen der Welt (bis 2004). Inzwischen wurde Rotterdam von asiatischen Häfen überholt und ist nun auf Platz fünf. Es ist mit Abstand der größte europäische Seehafen und wichtigster Handelsplatz für Erdöl in Europa. In der Stadt leben 170 verschiedene Nationalitäten. Bei der Stadtrundfahrt erklärte ein freundlicher Gästeführer viel Interessantes über die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten. Im Stadtteil Delfshaven sind hübsche Altstadthäuser, Brücken, eine Windmühle und der alte Hafen zu sehen. Ebenso die Erasmusbrücke, ein Wahrzeichen der Stadt, die über die Nieuwe Maas führt.
Zu Fuß ging es noch zur Markthalle (eröffnet 2014 von Königin Máxima), die von einem bogenförmigen Bau umspannt wird, der durch seine Glasfassaden sehr transparent wirkt. Das Einzigartige: Die Wohnungen, die in diesem beeindruckenden Gebäude untergebracht sind. In der Nähe sind auch die faszinierenden Kubus-Häuser aus den 1980-er Jahren. Ein bizarres Gebäude, das eine stark befahrende Straße überspannt, entstand durch das Verschachteln einzelner Häuser.
Auf der Heimreise wurde noch ein Zwischenstopp in Limburg an der Lahn eingelegt