FRAUEN. GEFRAGT. Neue Veranstaltungsreihe startet mit Michael Kießling, MdB
Im Landgasthof Probst in Weil: Frauen diskutieren mit Michael Kießling, MdBMit dem Bundestagsabgeordneten Michael Kießling, der in Denklingen daheim ist, in Landsberg sein Stimmkreisbüro hat und seit 2017 als Direktkandidat des Wahlkreises zwischen Ammersee und Lech die Interessen der Region in Berlin vertritt, kamen im aktiven Austausch im gut besuchten Saal beim Landgasthof Probst in Weil die Frauenbündlerinnen auf Touren. Moderatorin Beate Bentele, Redakteurin und Frauenbundfrau aus Diessen, beendete die Veranstaltung nach drei Stunden – dennoch setzten sich die Debatten um Rentengerechtigkeit, Wiedereinstieg ins Berufsleben, die Situation Alleinerziehender - und vieles mehr - in kleinen Gruppen intensiv fort.
Weil der Frauenanteil bei der Landtagswahl am 14. Oktober 2018 auf 26 Prozent gesunken und somit niedriger ist als vor 20 Jahren, ermuntert der Katholische Deutsche Frauenbund, KDFB, kontinuierlich, die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Politik anzustreben. Allerdings, so Frauenbund-Bezirksleiterin Bernadette Lutzenberger, haben es die Männerclubs in den Parlamenten leicht, weil sich viel zu wenig Frauen aufs politische Parkett wagen und sich für ein Mandat aufstellen lassen. Das stimmt, hielt Michael Kießling fest und appellierte an die Frauen, sich in der Politik zu engagieren. Er ermutigte die Frauen, ihre eigenen Belange als Frau, Mutter, Alleinerziehende, als Frau in der Familie mit Kindern und Beruf … selbst in die Hand zu nehmen und die politische Teilhabe anzustreben.
ENTSCHEIDUNG FÜR DIE HEIMAT
Er klärte über die Struktur der kommunalen Selbstverwaltung auf, betonte wie man – egal in welchem Alter – in die politische Mitverantwortung hineinwachsen kann. Das ginge am schnellsten über Ämter im Ort, über Engagement auf Landkreisebene, oder auch über Aufgaben in den Bezirken. Er schärfte den Blick, welche Entscheidungsgremien für den Einstieg in der öffentlichen Mitwirkung wichtig sind, „mein Appell an alle Frauen, beschäftigen Sie sich mit Angelegenheiten vor Ort. Gestalten Sie die Zukunft ihrer Heimat mit, werden Sie aktiv in Fragen der Kindererziehung, der Einrichtungen für Bildung und Kultur, lernen Sie wirtschaftliche Themen kennen, zum Beispiel die Ausweisung von Gewerbegebieten, nehmen Sie teil am Naturschutz und an der Entwicklung ihrer Dörfer, damit Sie auch für die Zukunft eine liebens- und lebenswerte Heimat erhalten." Wer etwas bewegen will, müsse tätig werden, unterstrich er die Frauenbund-Leitlinie für das kommende Jahr.
AUCH MITGLIED IM FAMILIEN-AUSSCHUSS
Der Bundestagsabgeordnete stellte sich auch vor als Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Dieser Ausschuss läge ihm am Herzen, weil er den direkte Zugang zu den Menschen ermögliche. Zum Beispiel in Fragen der Kindererziehung, der Grundsicherung, um Altersarmut zu bekämpfen, der Brückenteilzeit, der Lohngleichheit für Frauen und Männer, er erklärte das Lohntransparenzgesetz, sprach über Elternzeit und fasste zusammen, dass schon viel auf den Weg gebracht worden ist, aber in weiten Bereichen noch gegengesteuert werden müsse.
WIR HELFEN, WO ES GEHT
Die Frauen gingen in allen Punkten aktiv mit, stellten Fragen, kommentierten und öffneten noch viele Themen wie Kindergartenförderung bei Neubauten, Planungsvorgaben bei pädagogischen Einrichtungen, die – so viele Diskutantinnen aus sozialen Berufen – in pädagogischen Einrichtungen oft am Bedarf vorbeigingen. Die Themen reichten vom sozialen Wohnungsbau bis zum Atomausstieg. Gegenwartsprobleme und Zukunftsängste sind in der Offenheit des Austausches deutlich geworden und Kießling setzte auf die Kraft der Frauen und hat eingeladen, sich im Abgeordnetenbüro in Landsberg zu melden, wann immer Gesprächsbedarf ist: "Wir versuchen zu helfen, wo es geht."
[Die Ausstellung "200 Frauen" ist noch bis 14. Dezember 2018 in der Technischen Universität München, TUM Campus Immatrikulationshalle, Arcisstraße 21, 80333 München zu erleben. Geöffnet Montag bis Freitag, 9 bis 21 Uhr.]


