Beim Frauenbund Diessen: O'zapft is!
Schon mit dem ersten Prosit gehen etwa 100 Bierkrüge in die Höhe und der Auftanz ist ein Akt der Freude, den die meisten genießen, „denn wir gehen das ganz gemütlich an“, lacht Tanzmeister Magnus Kaindl (auch Vorsitzender Diessener Trachtenverein) und führt die Tour durch den Traidtcasten, die an der Weißwursch-Theke endet.
Bekannte Volkslieder können alle laut mitsingen, denn die Auswahl vom Kaindl Sepp geht mitten ins Herz, "was die Leut' kennen und was sie mögen", freut er sich über die Begeisterung, die unter anderem die Vogel-Anatomie auslöst: Ein Sperling hat ein Schnäbelein und schnäbelt hin und her. Das Kufstein-Lied, als eines der bekanntesten volkstümlichen Lieder im deutschen Sprachraum - 1947 vom Tiroler Karl Ganzer komponiert - ist der Hit, und beim Potpourri der Schunkellieder sind viele Oide Wiesn-Besucher im Traidtcasten sicher: „Das ist genau so schön wie auf der echten Wiesn, nur dass mir net nei fahrn miassn.“
Mit Tanzmeister Magnus Kaindl machen die Figurentänze große Freud und wenn die Tänzerinnen und Tänzer dann noch das Lied von der "Maus, Maus zuckersüße kleine Maus" dazu singen, ist der Spaß perfekt. Dazwischen Dr. Wilfried Müller mit seinen Wortspielen, Sketchen und Einaktern von und nach dem Münchner Komiker, Volkssänger und Autor Karl Valentin (1882-1948) und die Show ist perfekt. Extra Applaus heimst der geborene Eglinger mit seinem Einakter „Viehhandel“ in astreinem Lechroanisch ein. Der Star: Margot Grötz von der Frauenbund-Theatertruppe ist als Andreas Gabalier einmarschiert mit dem Rehgeweih und dem rot-karierten Tücherl: „… i hab a Engerl gsehen …“.
Eines ist sicher, lachen die Frauen von Vorstand und Ausschuss des Diessener Frauenbundes am Ende: Nächstes Jahr sind wir wieder zur Wiesn-Eröffnung da, mit Weisswürscht, Bier und hintennach am Kaffee.



