Punktgenau auf dem höchsten Punkt landen

In der südlichsten Gemeinde der Republik leben 9.700 Menschen. Recht wenig, wenn man die 2,6 Millionen Gästeübernachtungen im Jahr dagegenstellt. Rund 470.000 Urlauber sind das, die den Oberallgäuer Ferienort besuchen. Im Sommer wie im Winter. Dennoch: Die Diessener Frauenbündlerinnen waren verzaubert von dem Charme des Städtchens, das sie mit älplerischer Architektur verwöhnte und mit zahlreichen gemütlichen Einkaufsstraßen, an jedem Eck eine Eisdiele und überall regionale Wirtshäuser. Ihre Einkehr in der Oberstdorfer Dampfbierbrauerei haben sie in vollen Zügen genossen - der Hirsch und die Wildsau schauten zu.
Den Vormittag verbrachten sie mit ganz neuen Erlebniswelten: Sie spürten dem Gefühl nach, wie sich das Skifliegen anspüren könnte - aber schon beim Blick von den obersten Aussichtsplattformen mit 360-Grad-Panorama in die Bergwelt, spürten viele die Gänsehaut und der Mut, sich auf den Absprungbalken zu wagen und mit der 3-D-Brille Skiflug-live zu erleben, hat sie schnell verlassen - obwohl man angeschnallt wird und direkt am Absprungbalken ein Sicherheitsnetz vor dem "ungewollten Abflug" sichert.
Trotzdem gab es immer noch jede Menge zum Staunen: Gigantische Technik, erlebbar mit dem barrierefreien Schrägaufzug, der im Schanzen-Kiosk ankommt. Von hier aus geht es mit dem Turmaufzug (eng und steil) zum „Adlerhorst“, dem Wärmeraum der fünftgrößten Skifluganlage der Welt. Treppen führen dann zu en Aussichtsplattformen.
Die Ursprünge der Allgäuer Wintersportanlage gehen zurück ins Jahr 1949 zur ersten Schanze in Massivholzkonstruktion. 1972 folgte der heutige Bau, der 1999 im Schanzenprofil geändert wurde. Im letzten Jahr, 2017, entstand der Neubau des Sprungrichterturms und Trainerpodests, der Schrägaufzug verkehrt jetzt anstelle der ehemaligen Doppelsesselbahn. Nicht nur die Einblicke sind interessant, sondern auch die Ausblicke und letztlich erinnern historische Fotografien rund ums Café, das es da oben auch gibt, an die baulichen Anfänge, als Skistar Heini Klopfer (1916-1968) seine Vorstellung einer Skiflugschanze in die Tat umgesetzt hat.
Als unser Busfahrer, der Steinherr Mike, vor der Rückreise noch die gigantische Passstraße zur Moorhütte in Oberjoch ansteuerte und seinen Bus souverän in die Serpentinen legte, hat die lustige Gesellschaft auch dieses Abenteuer sehr genossen und witzig kommentiert. Hinter der Moorhütte lockte noch der Birkenwald mit Moor und Sumpf als Naturschutz-Projekt der Ländlichen Entwicklung in Unterjoch.
Mehr Bilder zum Anschauen sind unter 20. Sept. 2018 - Oberstdorf auf dem höchsten Punkt: Skiflug

Unsere Bilder zeigen die Skiflug-Schanze von unten als beeindruckende Anlage modernster Sporttechnik. Darunter eine historische Aufnahme von der Vorbereitung zum ersten Wettkampf am 28. Februar 1950. Agi Niedermeier freut sich über ihren neuen roten Hut, den sie in den Oberstdorfer Einkaufswelten entdeckt hat. Die untere Aufnahme zeigt einen Blick auf en Birkenwald mit Hochmoor am Oberjoch, gleich hinter dem Restaurant, Biergarten und Café Moorhütte

